Mittwoch, 4. Februar 2009

Ab ins Familienbett?

In Ländern wie dem unseren ist das Familienbett nicht besonders geschätzt, geschweige denn befürwortet. Eher das Gegenteil ist der Fall: Die Idee, dass die Eltern mit ihrem Kind das Bett teilen wird unter psychologischen und Erziehungsaspekten fast schon als verwerflich angesehen. Dennoch zeigt eine Studie des französischen Forschers Jean Messer, dass 30% der Eltern, die in der Universitätsklinik von Straßburg aufgenommen werden, mit ihrem Kind im Familienbett schlafen. Und zwar nicht nur ausnahmsweise sondern permanent! Wie kommt das? Ganz einfach: Die meisten Eltern "verheimlichen" diese Angewohnheit geradezu beschämt und sprechen stets von einem vielleicht durchaus existenten aber größtenteils unbenutzten Kinderzimmer um zu demonstrieren, dass ihr Kind natürlich allein schläft.

Auf das bereits angesprochene Trost-Bedürfnis, das von den Kindern so vehement ausgedrückt wird, reagieren Eltern auf verschiedene Weise. Sie stehen z.B. häufig auf um so zu handeln, wie es ihnen „der Kinderarzt erklärt hat“. D.h. sie wecken das Kind nicht vollkommen auf und nehmen es nicht in die Arme sondern bleiben einfach nur in seiner Nähe und reden ihm gut zu bis es wieder einschläft... oder auch nicht.Wenn sich die Situation nicht bessert und das Kind immer öfter aufwacht werden Eltern oft schwach. Sie halten einfach nicht mehr durch, geben nach und nehmen das Kind mit in ihr Bett. Wenn auch mit Gewissensbissen: Sie haben Angst sich die Realität einzugestehen und möchten um jeden Preis dem sozialen und kulturellen Ideal des Kindes, das „nachts durchschläft“ entsprechen.

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