Dienstag, 3. Februar 2009

Spielend lernen - Funktionsspiele 0-2 Jahre

Funktionsspiele: Mit ca. 0-2 Jahren

Die früheste Form des Spielens ist das Funktionsspiel. Bereits der Säugling spielt mit seinen Fingern, entdeckt den eigenen Körper, spielt mit Gegenständen und auch mit Personen, die er manchmal sogar wie einen Gegenstand behandelt. Dabei stehen die Bewegungsvollzüge selbst im Mittelpunkt, der Gegenstand oder das Spielzeug an sich findet zunächst nur wenig Berücksichtigung.
Das Kleinkind übt bei dieser Spielform auch die Steuerung seiner Bewegungen (z.B. die Koordination des Sehens und Greifens, Festhalten und Loslassen usw.). Zunehmend gewinnt es dann neue Erfahrungen mit unterschiedlichem Material. Dieses äußert sich darin, dass die Gegenstände immer mehr ihrer Funktion entsprechend behandelt werden, dass also ein Ball gerollt oder auf Bausteine geklopft wird. Das Kind empfindet seine Tätigkeit als ausgesprochen lustvoll, und es wiederholt so viele Male unmittelbar hintereinander.
Diese Spielform entdecken Kinder spontan - aus Lust an der eigenen Bewegung, am "Funktionieren" eines Gegenstandes oder um ein interessantes Ereignis andauern zu lassen.
Kinder sind fasziniert von jedem kleinen Krümel und winzigen Flusen, die sie auf dem Fußboden entdecken, sie stecken alles in den Mund, um es zu "prüfen". Sie sind damit beschäftigt, ihre Finger in jeden Spalt und jedes Loch zu stecken, unter Tischen und Stühlen durchzukriechen, in Schränke zu klettern, Türen zu öffnen und zu schließen, Treppen hinaufzuklettern, Gegenstände fallenzulassen, mit einem Löffel auf Töpfe zu schlagen und so laute Geräusche zu produzieren. Mit diesen Handlungen erproben die Kinder ihre Kräfte und ihre Geschicklichkeit, sie lernen, ihre Hände und ihren Körper zu gebrauchen, sie im Spiel gezielt und geschickt einzusetzen, ihre Kraft zu dosieren.
Der Erwachsene hat hier lediglich die Aufgabe, mitzumachen, wenn er ins Spiel einbezogen wird. So freut sich ein Kind, das einen Ball weggeworfen hat, schon darüber, dass der Erwachsene ihm den Ball zurückholt; das Spiel "Wegwerfen - holen lassen" kann es unzählige Male wiederholen. Selten wird das Kind dabei des Spielens müde, eher jedoch der Erwachsene, dem es vielleicht schnell langweilig erscheint. Die Wiederholungen sind jedoch sehr wichtig für das Kind, weil es nur so seine eigenen Fähigkeiten und die Eigenschaften des Spielobjektes kennenlernt.
Im Funktionsspiel hat das Kind Freude an der unmittelbaren Tätigkeit; es entdeckt neue Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst oder mit Gegenständen.
Auch in späteren Lebensjahren kann man noch Funktionsspiele beobachten. Sie treten vor allem in Form von Bewegungsspielen auf (Hüpfspiele, Seilspringen usw.).

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Video Kleiner Roter Traktor

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