Freitag, 6. Februar 2009

Spielend lernen - Rollenspiele 3./4.-6. Jahr

Im Kindergartenalten bevorzugen Kinder das Rollenspiel. Die übernommenen Rollen stammen aus ihrer Erlebnis- und Erfahrungswelt, machmal auch aus der Phantasie. Bevorzugt werden dabei Personen aus ihrer näheren Umwelt (also Mutter, Vater, Erzieher/in oder auch der Briefträger, ähnlich beliebt sind aber auch Tiere und Fahrzeuge oder auch Charaktere aus dem Fernsehen). Die Kinder ahmen nicht nur die Rollen ihrer Bezugspersonen oder bestimmte Tätigkeiten nach, sie identifizieren sich mit der übernommenen Rolle. Sie sind wilde Löwen, ein König oder ein Auto.
Da die Rollen und Situationen in Bewegung dargestellt und meist mit körperlichen Mitteln zum Ausdruck gebracht werden, eignen sich Rollenspiele auch sehr gut zur Einbeziehung in die Bewegungserziehung. Vor allem im darstellenden Spiel, im Tanzen, aber auch bei einfachen Bewegungsspielen lassen sich die kindliche Vorstellungsfähigkeit und Phantasie gleichermaßen nutzen wie fördern. Hier kann das Kind auch einmal Rollen übernehmen, die es im Alltag nur selten oder nie innehat. So ermöglicht die Darstellung von Tieren, ihren Bewegungsformen und Verhaltenweisen dem Kind, in die Rolle des Stärkeren, aber auch des Schwächeren zu schlüpfen. Spielt es z.B. ein starkes, unbesiegbares Tier, können in ihm Fähigkeiten wie z.B. Durchsetzungsvermögen oder sich zur Wehr setzen geweckt werden. Selbst hätte sich das Kind das vielleicht nicht zugetraut. Oft übernimmt es auch die Rolle dessen, vor dem es sich fürchtet. Es spielt den bösen Hund, die Hexe oder ein furcherregendes Gespenst. Mit Hilfe der Reproduktion und auch der Vorwegnehme von Situationen, die angstbesetzt sind, kann das Kind Spannungen abbauen, Aggressionen abreagieren, unerfüllte oder unerlaubte Wünsche in konkreter oder symbolischer Form realisieren und so sein seelisches Gleichgewicht stabilisieren.
Umgekehrt läßt die Übernahme der Rolle eines schwächeren, kleineren und auch jüngeren Tieres die Möglichkeit des Beschütztwerdens zu. Endlich einmal muss man nicht groß, stark und vernünftig sein, sondern kann in der "Babyrolle" die Hilfsbereitschaft anderer annehmen.
Ein Tier kann sich kaum "daneben" benehmen; es darf am Boden herumrollen, auf allen Vieren kriechen, es kann auch Aggressionen ausdrücken und fauchen, brüllen oder "die Zähne zeigen". Damit kann unter Berücksichtigung der körperlichen Unversehrtheit der Mitspieler auch mit Verhaltensweisen experimentiert werden, die im realen Leben nicht erlaubt sind.

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Video Kleiner Roter Traktor

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